Regie & Autor: Walter Feistle


Kurzfilm 9‘  2013

Ohne Dialog



FESTIVALS:

  1. -NEUCHÂTEL INTERNATIONAL FANTASTIC FILM FESTIVAL 2013 - Competition SWISS SHORTS
    Mention spéciale du Jury SSA/Suissimage


  1. -Hofer Filmtage 2013




Das konnten die zwei Fischer nicht erwarten: Statt einer Forelle ziehen die beiden Petrijünger einen notgelandeten Ausserirdischen mit Rakete aus ihrem idyllischen Alpensee.


Aber dem Alien kann geholfen werden!


Allerdings hat die interstellare Pannenhilfe einige technische Tücken für das kosmische Trio...


Doch Dank irdischem Erfindergeist fliegt das Raumschiff wieder zurück ins All.



Cast

Der mit der Rakete:        Martin Gruber

Der mit dem Velo:          Hannes Langer

Der mit dem Töff:          Georg Lenz


Crew

Regie:                     Walter Feistle

Produktion:                TILT Production GmbH

Kamera:                    Stefan von Borbély

Schnitt:                   Angelika Gruber

Szenenbild:                Andreas H. Schroll

                           Didi Richter

Musik:                     Oliver Maurmann

                           (GUZ–Die Aeronauten)

Sounddesign:               Christof Steinmann

                           Susanne Affolter

                           Walter Feistle





Anmerkungen des Regisseurs zum Projekt


„Ich dachte, es würden Tage, aber dann wurden es Jahre“


Die Aeronauten - „Alles ganz einfach



Oder: Wie man aus 450 Sekunden 473.040.000 macht.


Eigentlich sollte POCKET ROCKET unter dem Titel „V3 -Landung im Sommer“ als Übungsfilm an der HFF München im Herbst 1993 gedreht werden und spätestens im Jahr darauf auf den ersten Festivals laufen  - am liebsten in Solothurn, Locarno oder Hof, wo schon meine ersten beiden Filme „Boliden“ und „Und Tschüss“ Premiere feierten.


Eigentlich.


Aber dann kam ein bisschen was dazwischen...


Es fing damit an, dass sich am dritten Drehtag der bis dahin traditionell wunderschöne bayerische Oktober („Wiesnwetter“) urplötzlich in einen Wintereinbruch umkehrte: Über Nacht ein Temperatursturz um über 20 Grad, das gestern noch im warmen Golde fliessende Seeufer von einer dicken Schneeschicht bedeckt.

Obwohl die weisse Pracht notfalls ja als radioaktiver Fallout des Raketenabsturzes in die Story eingebaut werden konnte und mir Schauspieler und Crew versicherten, sie würden sich in noch so kaltes Wasser stürzen, um der Taschenrakete zum Abheben zu verhelfen, brachen wird den Dreh ab.

Der einzige der dann wirklich abhob, war Aufnahmeleiter Christoph, als er beim Rückbau mit einem geliehenen (und nicht versicherten) Privatwagen im Salto von der vereisten Autobahn flog. Er kam mit einem Schleudertrauma davon, aber der Kombi war Schrott.


Die HFF übernahm zähneknirschend den Schaden. Doch damit war mein Übungsfilmbudget um ein Vielfaches gesprengt, und meine Professoren legten mir nahe, meinen nächsten Film doch als Kammerspiel im Studio zu drehen („Drei Schauspieler an einem Tisch diskutieren ihre Beziehungsprobleme“). Sollte ich es aber wagen, meinen Mini-Science-Fiction doch noch zu verfilmen, dann nur auf persönliches Risiko und aus eigener Tasche bezahlt!


So überwinterte meine startbereite Rakete in den Hangars des Bayerischen Rundfunks, wo sie ein unwürdiges Dasein als beliebtes Party-accessoire und Hintergrunddeko im Kinderprogramm fristete. Dieses traurige Schicksal wollte ich ihr nicht länger zumuten:


Als mein Kurzfilm „Und Tschüss“ im Jahr darauf mit einer BAK-Qualitätsprämie bedacht wurde, unternahm ich mit der alten Crew, einem kürzeren Buch und einem veränderten Cast (Hannes Langer in der Rolle des Töff-Fahrers) einen neuen Startversuch. Der Film hiess jetzt endgültig POCKET ROCKET und wurde von mir und meiner mit zwei Studienkollegen eben gegründeten Firma „Die Freunde des bewegten Bildes“ produziert.

Und diesmal war das Glück auf unserer Seite: Die Dreharbeiten verliefen ohne grössere Zwischenfälle, der Bildschnitt und ein roher Layout-Tonschnitt wurden erfolgreich beendet, die Musik von Olifr M. Guz zu meiner vollsten Zufriedenheit komponiert. Fehlte nur noch die endgültige Vertonung, die ich nach Fertigstellung meines inzwischen in Produktion gegangenen Abschlussfilms „Die Lebende Bombe“ in Angriff nehmen wollte.


Aber kurz nach dessen Premiere entwickelte sich in meiner Studentenbude die heisse Phase eines romantischen Candlelight-Diners zu einem katastrophalen Wohnungsbrand - und zum klassischen Regisseurs-Dilemma: Was zuerst - Frau oder Film?

Sie rettete sich selbst und kam mit einer Rauchvergiftung davon. Mir brachte der grösstenteils vergebliche Versuch, auch meine brennenden Studien- und Produktionsunterlagen und verschmurgelnden Filmkopien in Sicherheit zu bringen, einen längeren Aufenthalt im Zentrum für Schwerbrandverletzte München-Bogenhausen ein.


Damit war mein Bedarf an leicht entflammbaren Stoffen erstmal gedeckt, auch an Raketen. Meine ausgebrannte Wohnung wurde geräumt, und alles was nicht ein Raub der Flammen und des Löschwassers geworden war, wurde im wilden Durcheinander in grossen Plastiksäcken eingetütet und notfallmässig eingelagert.


Der Grossteil des Films- und Tonmaterials und sämtliche Produktions-unterlagen von POCKET ROCKET waren zerstört oder verloren gegangen. Der Film schien endgültig gestorben. Seine kläglichen Überreste wanderten in zwei Umzugskartons und dort blieben sie - unerträglich stinkend und russgeschwängert - auch für die nächste Zeit.


Aber bei meinem letzten Umzug stellte ich fest, dass die vermeintliche Leiche im Keller doch noch ein Fünkchen Leben in sich trägt: In einem Plastiksack voller angeschmolzener Tonbänder fand ich in einer korrodierten Filmdose die offenbar relativ unversehrt gebliebene Arbeitskopie von POCKET ROCKET. Seitdem schwelte in meinem Hinterkopf die Möglichkeit, die Unvollendete zu vollenden.


Als im Frühling 2011 bei den Vorbereitungen zu unserem Spielfilm DEAD FUCKING LAST die tragikomische Leidensgeschichte von POCKET ROCKET zum besten gab, und sich Kaspar Winkler von TILT Production interessiert zeigte, machte ich mich auf die Suche nach einem noch funktionsfähigen 16mm-Film-Schneidetisch und - oh Wunder - das archäologische Fundstück lief beim ersten Mal problemlos durch (wahrscheinlich dank der durch aussergewöhnliche Hitzeeinwirkung bombenfesten Klebestellen).


Kaspar zeigte sich von dem, was auf der abgefilmten AK zu sehen war, angetan. Er war dabei.


Gemeinsam wollen wir jetzt dafür sorgen, dass POCKET ROCKET nach ihrem langem Irrflug durch die Untiefen des Lebens erfolgreich auf ihrem Heimatplaneten einschlägt und endlich dort landet, wo sie hingehört: in die Kinosäle und auf die Bildschirme, auf Festivals und in die Herzen der Zuschauer.

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